Montag, 23. Mai 2016

The Damned @ London, Royal Albert Hall (20.5.2016)

The Damned
Was für ein toller Tag. Alles war perfekt. Angesichts meiner letzten Flüge nach England, klappte an diesem Tag alles reibungslos. Ich kam am frühen Nachmittag in London an und war kaum eine Stunde später in meinem Hotel, das direkt am Hyde Park gelegen war. Nicht nur, dass ich einige Damned Fans auf der Straße traf - unschwer an den T-Shirts zu erkennen - ich kam gerade vom Supermarkt als ich Mariano traf, der sich gerade mit einer nicht unbekannten Düsseldorfer Band (die dann später auch komplett vor der Royal Albert Hall standen) treffen wollte. Was für eine kleine Welt. Nicht nur er, der extra aus Argentinien zu diesem Konzert gekommen war, war von weit eher angereist. Am Tag später sollte ich noch einige japanische Fans treffen. Durch den Hyde Park brauchte ich keine 15 Minuten bis zur Royal Albert Hall - ging dann erst einmal in einen Pub in der Nähe, wo ich Adrian und einige seiner Freunde traf. Adrian hatte ich 2007 in Düsseldorf bei einem TV Smith Konzert kennengelernt. Dann ging ich aber wieder zurück und trage Martin und Kate sowie ein mit Martin befreundetes Schwesternpaar, die die Karten besorgt hatten. Und so betrat ich die Royal Albert Hall. Wie waren in einer Box auf dem zweiten Level. Exklusiv. Die Box hatte fünf Plätze und von dieser Position hatten wir nicht nur nur einen tollen Blick auf die Bühne sondern auch auf die gesamte Halle. Das war schon beindruckend.
Phantom of the Royal Albert Hall
Fallen Angel No.1
Um 19.30 begann dann der Auftritt, der von Clive Jackson - dem Sänger von Dr. And  The Medics - eingeleitet wurde. Eine kurze und treffende Würdigung der Damned, die ja an diesem Tag ihr 40jähriges Bestehen feiern wollte. Und dann folgte etwas, was mir noch Tage nach diesem Auftritt eine Gänsehaut bereitet: die Band begann "Nature's Dark Passion" vom letzten Album an zu spielen. Man hörte die Stimme von Dave Vanian...doch man sah ihn nicht. Und dann ging ein Spotlight an und er stand hinter der Bühne auf der Ebene, wo sich auch eine riesige Orgel befindet als "Phantom of the Opera". Das war ein Knaller. Nicht nur,dass dieses besondere Venue etwas Besonderes im Blick auf die Show geradezu herausfordert. Wer Dave Vanian "kennt", weiß, dass er auf so was total steht und das war einfach genial. Und dann zeigte sich noch etwas Besonderes: die Band spielte die Songs chronologisch von hinten nach vorne. Als nach dem viertem Lied der Captain das verkündete, fand ich das erst einmal "gewagt". Lebt doch ein Set gerade auch aus einer Mischung, die eine dramaturgische Spannung erzeugen kann. Doch es hat funktioniert. Denn alles lag nun daran, die richtigen Songs von den jeweiligen Alben zu spielen und darüber dann es hinzubekommen, den Set zusammenzuhalten. Die Band hatte ein Händchen dafür, gut abzuwägen. So war das letzte Album "So, Who’s Paranoid?", das ich an sich gar nicht so schlecht finde, nur mit dem Opener des Abends vertreten. Danach folgten vier Songs "Grave Disorder" - zwei von "Anything" und drei von "Phantasmagoria" um dann "Eloise" zum Besten zu geben. Die meisten Songs - jeweils fünf" spielten sie dann vom ersten Album "Damned Damned Damned, Machine Gun Etiquette, Black Album und Strawberries". Dazwischen dann noch "Disco Man" und "Limit Club" (gewidmet den Ruts!) von der "Friday 13th"-EP. Es waren nicht unbedingt immer die Songs, die ich von den Alben erwartet hätte. Es waren auch einige dabei, die die Band wohl lange, lange Zeit nicht mehr gespielt hat. Und: es fehlte das komplette zweite Album "Music for Pleasure".
Fall Angel No.2
Die Band spielte fast drei Stunden. Es waren zwei Sets, die von einer halbstündigen Pause unterbrochen waren. Und alle Songs waren perfekt gespielt. Dave Vanian hat nach wie vor eine fantastische Summe - der Captain ist ein begnadeter Gitarrist und der Rest der Band spielte auf den Punkt. Besser kann man es nicht machen. Einzig ein unangenehmer Pfeifton bei der Zugabe war doof. Denn gerade diese Zugabe war im wahrsten Sinne des Wortes der Höhepunkt des Abends. Nachdem der zweite Set mit einem amüsanten "Orgelstück" eingeleitet war - eine Hommage an Vincent Price und den Film "Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes" - wurde der Abend wirklich dramaturgisch beschlossen: mit einer tollen Versionen "Curtain Call". Leistete sich die Band bei einigen Stücken im Set einen Trompeter, betrat in der Mitte von "Curtain Call" eine junge Geigerin mit schwarzen Engelsflügeln die Bühne - übrigens wie ich jetzt las: die Tochter von Dave Vanian! - und spielte wunderschön. Und Dave Vanian ließ es sich nicht nehmen, dann auch noch mit schwarzen Engelsflügeln aus dem Off hervorzutreten.
Unter dem Strich, war das eines der besten Damned-Konzerte überhaupt - und: ich nehme dieses Konzert in meine Top Ten auf. In vielerlei Hinsicht ein perfektes Konzert.

Set 1:
Nature's Dark Passion
Democracy?
Amen
Thrill Kill
Absinthe
Alone Again Or
Sanctum Sanctorum
Street of Dreams
Grimly Fiendish
Shadow of Love
Eloise
Stranger on the Town
Under the Floor Again
Generals
Ignite

Set2:
Life Goes On
Disco Man
Limit Club
Wait for the Blackout
Twisted Nerve
The History of the World (Part 1)
Dr. Jekyll and Mr. Hyde
Love Song
Machine Gun Etiquette
I Just Can't Be Happy Today
Plan 9 Channel 7
Smash It Up
Feel the Pain
Fan Club
Neat Neat Neat
See Her Tonite
1 of the 2
New Rose

Curtain Call

Vincent Price

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