Dienstag, 28. Juni 2016

The Last Shadow Puppets & Yak @ Cologne, E-Werk (27.6.2016)

Miles Kane & Alex Turner
Als "The Last Shadow Puppets" 2008 ihr Debut-Album "The Age of Understatement" herausbrachten, war das ein absoluter Knaller. Leider spielte die Band - die eigentlich ja nur aus Alex Turner, dem Sänger von den Arctic Monkeys, und Miles Kane besteht - damals nur in Berlin. Danach war erst einmal Sendepause. Beide widmeten sich wieder ihren Projekten. Bis dann in diesem Jahr das zweite Album - "Everything You've Come to Expect" - herauskam. Manche fanden es enttäuschend. Aber ernsthaft: nach dem fantastischen Debut ist es eben schwierig. Und das zweite Album ist gerade nicht das klassisch "schlechte, zweite Album". Es ist anders und es ist saugut. So war ich dann mehr als erfreut, als ich las, dass die Band in Köln spielen würde.

Schülerband
Als Support spielte eine Band mit Namen "Yak" aus Birmingham. Die passten auf den ersten Blick gar nicht zum Hauptact: 3 junge Männer, die vor allem Krach machten. Eine merkwürdige Mischung aus Independent mit einem Hauch Psychedelic. Alles sehr sperrige Songs. Und das alles serviert mit einer Haltung, die knapp an der Definition von "Schülerband" nach der fünften Probe vorbeischrabbt. Es passte irgendwie gar nicht - und dann doch. Scharnier war mindestens der exaltierte Gitarrist und Sänger von "Yak", der ein wenig vorwegnahm, was dann Alex Turner hinterher tat. Also: es war nicht schlecht...aber auch nicht gut. Nun denn: nach einer halben Stunde war Schluss und es begann eine halbstündige Unterbrechung.
The Last Shadow Puppets
Dann begannen die "Last Shadow Puppets": beide Masterminds waren mit Band nach Köln gekommen (inkl. eines Streicher Quartetts). Was direkt auffiel: Alex Turner - wie schon angedeutet - war recht auffällig in seinem Gehabe. Effektiv hatte der tierisch einen im Tee (jemand meinte nach dem Konzert, dass er gerne wissen wolle, was denn der Turner da genommen habe...). Auch wenn er musikalisch/technisch mithalten konnten, machte er dann doch eine eher merkwürdige Figur: von der B-Note her betrachtet war er dann eher eine billige Elvis-Kopie, der sich damit zufrieden gab, dass seine Hüftschwünge die jungen Frauen vor der Bühne zum Kreischen brachte. Nun denn. Dagegen war Miles Kane vollkommen online und hielt alles zusammen. Unterstützt von einer perfekt spielenden Band inkl. Quartett folgte ein 80minütiger Auftritt, der nichts zu wünschen übrig ließ. Der Set bestand aus einem tollen Mix der beiden Alben und zweier wunderbarer Cover-Versionen. Hatte ich die erste erst gar nicht erkannt - "This Is Your Life" von den "Glaxo Babies" - kam dann von den wunderbaren "The Fall" das fulminante "Totally Wired". Und das war der Hammer. Und spätestens hier zeigte sich einmal mehr, dass diese Band Stil hat. Das war schon großartig.
Das E-Werk, das wohl nicht ganz ausverkauft war, zeichnete sich an diesem Abend dadurch aus, dass der Sound nicht nur sehr gut war. Wenigstens oben auf der Empore, wo ich stand, hatte ich nichts zu kritisieren. Die Stimmung war auch ausgesprochen gut. Es war ein Jubel und Gekreische. Also das hat Spaß gemacht. Und dass Alex Turner nüchterner wohl eine bessere Figur gemacht hätte, soll den Gesamteindruck nicht schmälern.

Das ist die Setlist gewesen:

Dracula Teeth #
My Mistakes Were Made For You *
The Element of Surprise #
The Age Of The Understatement *
Only The Truth *
She Does the Woods #
Separate And Ever Deadly *
Aviation #
Used to Be My Girl #
This Is Your Life (Glaxo Babies Cover)
Calm Like You *
Bad Habits #
Totally Wired (The Fall Cover)
Miracle Aligner #
Everything You've Come to Expect #
In My Room *

Standing Next To Me *
Sweet Dreams, TN #
Meeting Place *



* The Age Of Understatement
# Everything You've Come to Expect

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