Samstag, 23. Juli 2016

Chelsea, The Kids & Guitar Gangsters @ Duesseldorf, Haus der Jugend (23.7.2016)

Chelsea
Seit dem ich das erste Album von Chelsea gehört habe, bin ich ein großer Fan dieser Band. 1982 konnte ich Chelsea im Marquee Club in London sehen. Das war ein fantastisches Konzert. 1984 in der Bochumer Zeche und 1993 in der Kufa in Krefeld war die Band unterirdisch ... 2006 in Blackpool ok. Ich hatte von mehreren dann gehört, dass Chelsea in Blackpool im letzten Jahr sehr gut gewesen sein müssen. Ich hatte die Band da nicht gesehen, da es mir an jenem Abend schlicht und einfach zu spät geworden war. Nun war ich gespannt.
Das Haus der Jugend war nicht ausverkauft. Es war warm und es waren Ferien. Nun denn. Für den Veranstalter schlecht - für die Menschen in der aufgewärmten Halle war es gut.

Guitar Gangsters
Eröffnet wurde der Abend durch die Guitar Gangsters, die einen kürzeren Set als im Sonic Ballboom in der Woche zuvor spielten. War der Auftritt Tage zuvor allein durch das Venue bedingt intensiver, war die Band trotzdem klasse. Der Drummer hielt das Tempo auf hohen Niveau und war wieder eine Augenweide. Und eigentlich kann ich dem nichts hinzufügen, was ich schon in der letzten Woche geschrieben habe: unterhaltsam, tolle Songs, gut und mit viel Spass an der Sache gespielt. Was will man mehr an einem solchen Samstagabend.

The Kids
Dann kamen The Kids aus Belgien. Ich hatte diese Band noch nie live gesehen. Joost schrieb noch, dass die live gut wären. Waren sie auch. The Kids sind eine belgische Band aus Antwerpen. Eigentlich die einzige Punkband aus Belgien, die ich kenne. Eine Band, die ihre Wurzeln auch im Pubrock hat. Die Band machte Spaß. Fast eine Stunde folgte ein guter Song nach dem anderen. Darunter waren auch zwei Coverversionen: "If the Kids are united" von Sham 69 ... was ziemlich gut war ... und "12XU" von Wire - und hier mein einziger kritischer Einwurf - in einer ausgedehnten Version, was für meine Ohren nicht so schön war. Dieser Klassiker lebt von der Kürze: ruckzug auf's Maul! Da war dann die belgische Variante dann doch eher daneben. Egal: gute Band und hoher Unterhaltungswert.

Diva auf den letzten Metern...
Dann die Band des Abends: Chelsea. Abgesehen davon, dass das Lineup der Band einfach grandios ist, lieferten die Londoner einen klasse Set ab. Singles der frühen Jahre, Songs des ersten Albums und des grandiosen "Evacuate"-Albums, sowie ein paar neue Stücke vom 2015 erschienenen Longplayer "Saturday Night Sunday Morning". Das heißt: der Mix der Songs war erstklassig. Und das Beste: Gene October war in annehmbarer Form. Hatte er bei den letzten Auftritten, die ich gesehen hatte, die Bühne mit einem Fußballplatz eines Dritt-Liga-Vereins verwechselt und war durch dummes Verhalten aufgefallen, so schien er sich im Haus der Jugend auf seine Sängerqualitäten zu konzentrieren. Ziemlich genau eine Stunde knallte die Band dem Publikum einen Hit nach dem anderen um die Ohren. Bevor Gene October "Evacuate"- einen der besten Songs überhaupt! - ansagte, übernahmen erst der Bassist - Mat Sargent - und dann der zweite Gitarrist - Nick Austin - den Gesang für zwei Songs des letzten Albums. Einen Stimmungsdämpfer gab es dann noch bei der Zugabe: bei "Right To Work" kamen einige aus dem Publikum auf die Bühne. Drunter waren die Mitglieder der "Guitar Gangsters" - und nur sie durften dann bleiben. Die anderen, die auf die Bühne gelaufen waren, waren dann entsprechend sauer. Hmmm. War unnötig. Da blitzte bei Gene October die Diva auf.
Alles es in allem war es ein sehr guter Abend, an dem ich zusätzlich noch viele Menschen getroffen habe. Wunderbar.

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