Sonntag, 4. Dezember 2016

Killing Joke @ Cologne, Kantine (3.12.2016)

Killing Joke
Ich hatte Killing Joke 1984 und 1985 in der Bochumer Zeche gesehen. War ich nach dem Debut-Album "damals" zwar von dem Nachfolgealbum ein wenig enttäuscht gewesen, fand ich diese Band in den 80er Jahren fantastisch. Das änderte sich aber als die Bend dann voll auf die Industrial-Schiene abglitt. Mein Freund Jasper fand die auch dann immer noch gut und versuchte mich davon zu überzeugen, aber ich habe da diese Band irgendwie für mich abgeschrieben...und ignoriert. Erst Jahre später wurde ich durch Zufall wieder auf Killing Joke aufmerksam. Ich klickte bei YouTube auf "European Super State" und war verblüfft und begeistert. Von da an war diese Band für mich wieder "Online" - und nicht nur das: ich wagte mich noch einmal an die von mir vorher verschmähten Alben und entdeckte, dass die ihren eigenen Charme und ihre eigene Klasse haben. So war ich mehr als erfreut, dass Killing Joke nach Köln kommen würden.
Martin aus England war auch gekommen - verbunden vorher mit einem Besuch im besten Stadion der Bundesliga! - sowie sein Freund Dirk aus Den Haag und Guenter. Das Konzert fand in der Kantine in Köln statt, die ich vorher noch nicht kannte. Es ist ein angenehmer Laden mit einer guten Parksituation - freundliche Security. Da wir recht spät dran waren, verpassten wir die Vorband. Da ich als erster im Laden drin war, bekam ich noch die letzten 1 1/2 Songs mit und dachte nur, dass unsere späte Ankunft gut gewesen ist. Im Konzertsaal selber traf ich bekannte, freundliche Menschen - es ist einfach immer wieder schön, dass auch andere sind, die so "bekloppt" sind wie ich.
Ziemlich pünktlich - um 22.00 sollte es in der Kantine dann noch einer dieser Parties geben - fingen Killing Joke um 20.30 an. Was direkt auffiel: die Musiker waren bester Laune. Das finde ich bemerkenswert, stand doch Köln bei der Tour ziemlich am Ende. Da war nichts von Müdigkeit o.ä. zu erkennen. Auch wenn die Setlist in Variation die gleiche auf der Tour gewesen ist: da wurde frisch und munter aufgespielt. Sicherlich: der Sound war am Anfang nicht ganz perfekt. Vor allem war die typisch "schneidende" Gitarre zu Beginn nur ansatzweise herauszuhören. Aber diese Setlist beinhaltet fast alles, was wünschenswert gewesen wäre. Ein Mix aus alten und neuen Songs - eine kleine Werkschau auch wenn die Anfangsjahre besonders gewürdigt wurden.
Als dann "Pssyche" als letzter Song vor der Zugabe gespielt wurde, war ich erst einmal irritiert: "Jetzt schon...ist das nicht ein wenig kurz?" - doch dann blickte ich auf die Uhr und sah, dass die schon 70 Minuten gespielt hatten. Will sagen: es war so kurzweilig, so dass ich diesen Umstand nur als Hinweis auf gelungenes Konzert deuten kann.
Da die Band viele Jahre nicht in Deutschland unterwegs gewesen war - außer einem Festivalauftritt vor 2 oder 3 Jahren - war ich also froh, diese Band - sogar in Originalbesetzung - noch einmal live sehen zu können.
Amüsanter Aspekt am Rande: 1976/77 scheinen nicht nur magische Jahreszahlen zu sein. Sie verleiten auch Bands, ein wenig zu schummeln: so wurde am Merchstand ein ganz frisches Live-Album angeboten (was übrigens toll ist)...unter der Überschrift: 40 Jahre Killing Joke. Nun denn: die haben sich aber erst 1978 zusammengetan.

Das war die Setlist des Abends:

S.O.36
Love Like Blood
Eighties
Autonomous Zone
New Cold War
Exorcism
Requiem
Change
Turn to Red
European Super State
I Am the Virus
Complications
Unspeakable
The Wait
Pssyche

Wardance
Pandemonium

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