Montag, 20. Februar 2017

The Divine Comedy & Lisa O'Neill @ Amsterdam, Paradiso (19.2.2017)

Neil Hannon...ganz groß


Napoleon
Das war ein wunderschöner Tag und Abend. Cor und ich sind zusammen mit Horst mittags in Richtung Amsterdam aufgebrochen. Nach einem Zwischenstop in der Nähe von Utrecht kamen wir kurz vor 18.00 in Amsterdam an. Da ich keine Lust gehabt hatte, irgendwo am Rand von Amsterdam zu parken und dann mit der Tram in die Innenstadt reinzufahren, war ich schon Ende des letzten Jahres fündig geworden. Ganz in der Nähe vom Paradiso gibt es ein Parkhaus, das man vorher online reservieren muss. Es ist eigentlich mehr eine Kombination von zwei mittelgroßen Hallen, wo man den Schlüssel abgibt und dann bei der Rückkehr das Auto vorgefahren bekommt. Nicht ganz billig und trotzdem extrem stressfrei - auch deswegen, weil das Paradiso keine 5 Minuten entfernt ist. Auf dem Weg zum Paradiso kehrten wir dann noch bei einem billigen Italiener ein - Pizza für 5€. Ok - so schmeckte sie dann auch. Kurz vor dem Einlass kamen wir zum Paradiso und standen ziemlich weit vorne. Ich habe dort noch nie ein Konzert gesehen. Das hatte sich einfach nicht ergeben. Merkwürdig - dabei ist das doch einer der legendärsten Läden in Europa. So hatte ich bisher nur Gutes gehört - und ich muss sagen: meine Erwartungen wurden übertroffen. Das Paradiso ist vielleicht das schönste Venue, in dem ich bisher gewesen bin. Und zu meiner großen Überraschung und damit verbundener Freude: es war bestuhlt. Angesichts einer fast dreistündigen Rückfahrt war das genial. Und wir saßen - weil wir mit zu den Ersten gehörten, die reinkamen - in der zweiten Reihe. Besser kann das doch gar nicht sein.

Als Support spielte eine irische Songwriterin - Lisa O'Neill - auf. Zusammen mit einem Gitarristen bot sie einige wunderschöne Songs - und war zwischen durch extrem unterhaltsam. Wo das Gerede zwischen den Songs oft langweilig/aufgesetzt/nervig sein kann, war das bei Lisa O'Neill ganz anders. Vorteil war zudem, dass es dadurch quasi keinen Umbau gab. Fing Lisa O'Neill um 19.30 an - begann dann der Hauptact pünktlich um 20.30 Uhr. Sehr angenehm.
Neil Hannon - der Mastermind von The Divine Comedy - betrat die Bühne im Napoleon Kostüm. Der Typ ist echt witzig. Bisher hatte ich ihn noch nie mit Band gesehen. Zusammen mit Cor sahen wir "The Divine Comedy" 2004 als Trio und 2010 solo in Köln. Nun mit Band. Ohne Streicher - aber mit einem Keyboarder, der auch ausgiebig Akkordeon spielte. Und das gab verschiedenen Songs eine besondere Note. Cool.
Complete Musician
The Divine Comedy/Neil Hannon haben über die Jahre wunderbare Alben rausgebracht. Wie bei so vielen Bands: die ersten Alben sind einfach die besten. Das letzte Album, was mich wirklich von A-Z begeistert hat, war das Album "Absent Friends". Was danach kam, war gut und es gab auch das eine oder andere Juwel. Effektiv konnte nur das letzte Album "Foreverland" wieder an die "alten" Zeiten anknüpfen. Und trotzdem: live ist dNeil Hannon mit oder ohne Band immer eine sichere Hausnummer. Und das bewies auch dieser auftritt im Paradiso.
War Neil Hannon zu Beinn Napoleon, so schlüpfte er nach einigen Songs in die Rolle des Bankers in Anspielung auf das vorherige Album - Bang Goes the Knighthood. Überhaupt war er gut aufgelegt. Witzige Zwischensagen und einige unerwartete Gimmicks: vor dem Song "Funny Peculiar", das er im Duett mit Lisa O'Neill sang - ging er zu einem große Holzglobus, der vorne linke vor den Keyboards stand...auf den ersten Blick als Deko. Der Globus entpuppte sich als Hausbar: Neil Hannon entnahm Getränke...dabei aktvierte er einen kleinen Schallplattenspieler..., drückte die Getränke seinen Musikern und Lisa O'Neill in die Hand und weiter ging es... - mal was anderes. Was nun dieses Konzert so besonders machte war nicht nur Neil Hannon - auch nicht nur seine Band, die hervorragend spielte - auch nicht dieses wunderbare Venue. All das zusammen war schon fantastisch. Was der ganzen Sache die Krone aufsetzte war die bestechende Zusammensetzung der Setlist: die einzelnen Perlen der letzten beiden Alben zusammen mit den anderen Juwelen. Ich muss zugeben, dass ich sehr gehofft habe, dass einige meiner Lieblingssongs auch gespielt werden würden. Dazu gehören neben dem Monstersong "Our Mutual Friend" natürlich "Generation Sex" und "Tonight We Fly", das - wie gewohnt - am Ende kam. Bei "Our Mutual Friend" stieg Neil Hannon von der Bühne und ging durch die ersten Reihe. Bei der Zeile, dass "er" ohnmächtig wurde - das Lied beschreibt, wie jemand über einen Freund ein Frau trifft, sich die ganze Nacht mit ihr unterhält...dann beim ersten Kuss ohnmächtig wird...und dann als er wieder aufwacht am morgen sie mit dem 'mutual friend' im Bett vorfindet - legte sich der Sänger in den Gang und band zum Schluß auch ein junges Pärchen vor uns in der ersten Reihe in die Schlussdramaturgie des Liedes mit ein ... als "er" eben die Frau im Bett des Freundes, der dann nicht mehr der Freund ist, vorfindet. Hochgradig unterhaltsam.

Duett
Horst meinte hinterher, dass er das ganze Konzert ein breites Grinsen im Gesicht hatte - Cor und mir ging es da nicht anders. Als die Band dann nach über 100 Minuten und einer Zugabe aufhörte, konnte man überall nur glückliche Gesichter sehen. Wie schon gesagt: ein wunderbarer Abend.
Und was übrigens noch toll war: da wurde nicht gequatscht - nix...gar nix. Ein Publikum, das einfach nur da war, weil es die Musik hören wollte. Und vielleicht ist der Umstand, dass kein Stimmen-Lärmpegel wie sonst so oft vorhanden war, auch als Indiz dafür zu werten, wie fantastisch diese Band im Paradiso war.
Als wir dann das Venue verließen, waren wir schnell an der Garage. Und kurz vor halb zwei waren wir auch wieder heil zuhause. Nur heute morgen der Wecker um 6.00 war scheisse.

Barkeeper

Sweden
How Can You Leave Me On My Own
When the Lights Go Out All Over Europe
Napoleon Complex
Happy Goth
Your Daddy's Car
Catherine The Great
To The Rescue
The Certainty of Chance
The Complete Banker
Bang Goes the Knighthood
Generation Sex
Our Mutual Friend
Funny Peculiar
A Lady of a Certain Age
Songs Of Love
Something For The Weekend
Becoming More Like Alfie
At the Indie Disco
I Like
National Express

Assume the Perpendicular
A Drinking Song
Tonight We Fly

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