Sonntag, 18. Juni 2017

The Slow Show & Glasgow Coma Scale @ Duisburg, Traumzeit Festival (16.6.2017)

The Slow Show
Manchmal gibt es schöne Zufälle. Burkhard, mit dem ich einige Tage vorher bei Dinosaur Jr gewesen war, hatte bei einer Verlosung für Tagestickets für das Traumzeit Festival teilgenommen...und gewonnen und mir freundlicherweise eins davon überlassen. Danke noch einmal von dieser Stelle aus! So hatte ich die Gelegenheit, nachdem ich schon letztes Jahr da gewesen war, erneut diese wirklich tolle Location zu besuchen. Auch wenn das Lineup für mich nicht so faszinierend war, allein dieser Landschaftspark ist eine klasse Kulisse für so ein Festival. Zudem ist alles sehr relaxt und es gibt wunderbare Fressbuden.
Glasgow Coma Scale
An diesem Abend wollte ich auf jeden Fall "The Slow Show" sehen, die ich schon Ende 2015 im ZAKK erlebt hatte. Zuvor spiele noch eine "Postpunk"-Band aus Frankfurt: "Glasgow Coma Scale". Hmmm. Zwei Brüder - einer an der Gitarre - der andere am Bass - sowie ein Schlagzeuger. Postpunk ist ja alles und nichts. Irgendwie war das instrumentaler Ambient-Prog-Rock. Nicht uninteressant...aber auf die Dauer auch ein wenig langweilig. Mal abgesehen davon, dass ich das Gefühl bekam, dass die eh immer das gleiche Stück in Variation spielten, ist das so eine Musik, wo man schon einen im Tee haben muss: dann mag das seinen besonderen Charme haben. Trotzdem: war ok...aber eine Wiederholung brauche ich nicht.

Charismatischer Sänger
Dann warten wir auf den Einlaß für "The Slow Show", die in der Gießhalle spielen sollte. The Slow Show kommen aus Manchester und machen schlicht und einfach schöne Musik. Klassisch Kategorie "Independent". Nichts Wildes...eben einfach nur schön. Hervorstechend ist der Sänger, der allein mit seiner Stimme einen in den Bann nimmt. Auf der Bühne passiert entsprechend auch nicht viel. Es scheint fast so, als würde alle Bandmitglieder in sich ruhen und nur darauf bedacht zu sein, ans Herz gehende Melodien hervorzuzaubern. Umso nerviger war dann der "Festival-Effekt": da eben so ein Festival wie eine Pralinenschachtel ist und einem entsprechend nicht alles schmeckt, sind eben - so die Natur der Sache - im Publikum immer auch Leute, die einfach mal gekommen sind, um zu gucken. An sich ist das ja nicht das Problem. Aber wenn die dann einfach rumlabern, mit dem Rücken zur Bühne quasi eine Gegenveranstaltung abhalten...laut sind, dann geht das schon tierisch auf den Keks. Speziell bei einer Band, die viele leise Töne im Gepäck hat. Burkhard, der ein großer Fan dieser Band ist, versuchte auch einige besonders nervige Zeitgenossen dann bei der obligatorischen Selfi-Rudelbildung mit einem zusammengeknüllten Taschentuch zu bewerfen...leider ohne Erfolg. Nun denn: das alte Lied. Respekt gegenüber einer Band und Rücksicht auf die anderen, die einfach nur die Musik genießen wollen, ist eben alles andere als normal.
Nach dem ca. 60minütigen Set der Band verabschiedete ich mich dann aber. Ich war müde. Die Woche war trotz Urlaub voll gewesen und ich fuhr beseelt von einem wunderbaren Set der Slow Show wieder nach Hause.

Das war die Setlist von The Slow Show:

Strangers now
Dresden
Augustine
Dry my bones
Paint you like a rose
Hopeless town
Ordinary lives
Hurts
Breaks today
Flowers to burn
Bloodline

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