Donnerstag, 3. August 2017

Blackpool Stories Vol.1

Das ist jetzt mein sechstes Festival in Blackpool. Anders als beim letzten Mal – 2015 – war die Anreise vollkommen stressfrei. Wie schon 2014 hatte ich mich entschlossen, nicht erst am ersten Festivaltag in Blackpool zu sein sondern schon einen Tag zuvor. So kam ich am Manchester Flughafen an und in der langen Reihe vor der Passportkontrolle waren schon viele Menschen zu erkennen, die das gleiche Ziel wie ich hatten. Als ich bei der Kontrolle an der Reihe war, fragte mich der Grenzbeamte, dass ich doch sicherlich nach Blackpool zum Festival will. Er grinste dabei und sagte mit rollenden Augen: „Big Punk Festival“ und wünschte mir dann – als er mir meinen Ausweis wieder in die Hand drückte – viel Spaß.
In Blackpool angekommen – es schien die Sonne – ging ich nach dem Besuch beim Geldautomaten zum Hotel. Auf dem Weg kam ich bei Wintergardens vorbei und holte mir direkt mein Wochenendbändchen. Was mir aber auf dem Weg vom Bahnhof bis zum Hotel mehr als ich die Augen sprang war dieses: Blackpool hat schon immer einen ziemlich runtergekommenen Eindruck gemacht, aber dieses Jahr empfinde ich das noch extremer. Einige Ladenlokale, die immerhin in der Vergangenheit irgendwie belebt waren, standen leer. Sehr viel mehr Obdachlose und alles noch dreckiger. Irgendwie ist das spooky. Bedenkt man, dass ein großer Teil der Bevölkerung dieser Gegend für den Brexit gestimmt hat, bekommt das noch eine weitere Dimension. Jedenfalls wird der Brexit Blackpool nicht auf die Sprünge helfen.
Ich kam dann zu dem Hotel, wo ich all die letzten Jahre auch gewesen war. Und das führte mir dann umso mehr vor Augen, dass dieses Jahr Rebellion auch anders sein wird. Als ich 2006 das erste Mal in Blackpool war, traf ich viele TUTS und vor allem Alan, mit dem ich mich anfreundete. 2008, 2011, 2014 und 2015 haben wir vieles gemeinsam auf dem Festival unternommen, waren eben im gleichen Hotel untergebracht. Und dort sind eh über die Jahre immer wieder die gleichen Leute, so dass es dort immer sehr vertraut zugeht. Doch dieses Jahr wird Alan fehlen. Er verstarb im letzten November. Ich hatte ihn noch im letzten August kurz nach Rebellion an einer anderen Stelle in England getroffen und er war so voller Hoffnung. Doch daraus wurde leider nichts. Bei aller (Vor)Freude, mit der ich dieses Jahr nach Blackpool gekommen bin, ist da auch eine Trauer mit dabei. Speziell als mir Nick, der Hotelier dann gestern noch ein groß kopiertes Foto zeigte...mit Alan, Fred und mir...aus dem Jahr 2011, das er im Eingangsbereich mit einigen anderen Fotos der letzten Jahre aufhängen will. Das wurde es mir schon sehr schwer ums Herz. Zusätzlich, weil auch Fred, den ich seit 2006 gut kenne, aus gesundheitlichen Gründen einfach nicht mehr kommen kann.
Den anderen TUTS wird es auch so gehen und wenn wir uns – traditionell – im Pub treffen werden, wird uns das begleiten.

Mal sehen wie nun heute der Tag wird. Es regnet auf jeden Fall...wie schon die ganze Nacht. Wie Paul, der den Merchbereich auf dem Festival managt, mir noch vor wenigen Tagen geschrieben hat: es würde eben in seiner Heimatstadt immer regnen. Was das aber für die diesjährige Außenbühne bedeuten wird...also im Regen zu stehen...darauf habe ich nicht so große Lust. Aber mal abwarten.