Freitag, 8. September 2017

Department S, Bitter Grounds & Establishment @ Essen, Don't Panic (7.9.2017)

Department S
Bezüglich der Zuschauerzahl war das ein trauriger Abend: zieht man die insgesamt 15 Bandmitglieder (incl. Merch-Mann)ab, waren es am Ende vielleicht 10 zahlende Gäste. Donnerstagabend in Essen. Im Blick auf die Musik war der Abend aber richtig, richtig gut.
Zuerst spielte die niederländische Band "Establishment". Das sind fünf Musiker, die wohl viel Spaß am alten us-amerikanischen Hardcore haben. Als sie begannen - und noch nicht eindeutig zu erahnen war, ob sie gut oder eventuell auch grottenschlecht sein würden - meinte ein weiblicher Gast (Hallo Heidrun!), dass es ja dann schon peinlich wäre, wieder raus zu gehen...denn wir standen zu dem Zeitpunkt mit einer Handvoll Menschen im "Hinterzimmer" des Venues, wo das Konzert aufgrund der schlechten Nachfrage (3!!! Tickets im VVK)hinverlegt worden war. Aber niemand musste gehen: die Band war wirklich ordentlich und das letzte Stück "Grey Day" ist ernsthaft klasse.

Die für mich an diesem Abend beste Band war "Bitter Grounds". Das sind auch Niederländer. Sie haben ein Album raus, das durch und durch ein Knaller ist. Sie spielen eine Mischung aus Punk mit Ska- und Reggae-Einflüssen. Und das tun die so erfrischend, das es eine wahre Wonne ist, das live vor der Bühne mitzuerleben. Auch hier war das letzte Stück "Life Of Violence" der Höhepunkt (unter vielen). Es ist schon toll, dass es auch immer wieder neue Bands zu entdecken gibt. Und ich habe großen Respekt nicht nur vor dieser Band, sondern auch vor den anderen beiden: dass sie trotz der wenigen Menschen im Publikum ihr Programm ohne Murren durchziehen.


Dann - um 22.00 Uhr - betraten "Department S" die Bühne und spielten einen tollen Set. Auch wenn es ja eine Band ist, in der kein einziges Original-Mitglied mehr dabei ist, funktioniert es. Und das neue Album ist eh eine Überraschung, mit der ich nicht gerechnet hätte. Ok: wieder einmal fehlte ein Keyboarder, der gerade auch die alten Stücke bereichert hätte. Trotzdem. Es machte Spaß und die Band spielte auch zwei Cover-Versionen: war die erste "Sonic Reducer" wirklich einmalig, gibt es aus meiner Sicht bei "Born to loose" ein paar Abstriche. Aber egal. Alle, die da waren, hatten ihren Spaß. Ich kaufte mir dann noch die Vinyl-Version des Bitter Grounds Albums und traf beim Herausgehen den Sänger von Department S, der mich mit Handschlag verabschiedete...was ja bei so wenigen Leuten kein Problem ist. So erlebte ich an diesem Abend 3 Bands, die allesamt sehr sympathisch waren.